Tag Null
Mein Bruder, ein Freund, ist nicht mehr da. Die Leere bleibt.
Heute Nacht um 02:30 bekam ich von Lydia den Anruf, den keiner wollte. “Werner ist eben gestorben…”
Ich habe dann noch Otto in Berlin angerufen und ein wenig mit ihm gesprochen, viel Zeit am Telefon, aber nur wenige Worte – wozu auch.
Ich bin dann zu Lydia und hab versucht, sie ein wenig zu unterstützen. Wir haben viel gesprochen und uns Mut für die Zukunft zugesprochen. Ich denke, das war sehr wichtig, für uns beide.
Um sechs bin ich dann nach Hause und hab meine Frau geweckt und ihr berichtet. Sie ist sofort auf gestanden und zu Lydia gegangen um weiter bei ihr zu sein. Anschließend habe ich meine/unsere Mutter berichtet. Wie zu erwarten ist sie zusammen gebrochen. Sie hat durch Krebs vor 13 Jahren ihren Mann und jetzt den jüngsten Sohn verloren.
Gegen acht bin ich auch wieder runter und blieb den ganzen Tag bei ihr. Philip kam gegen Mittag aus der Schule – ja, er wollte hin. Er fasst das Alles recht gut auf, kommt wohl (jetzt) auch mit der Situation gut klar und hilft soweit es in seinen Möglichkeiten steht, sehr mit.
Die Bestatter ware auch schon da und haben die sterblichen Überreste von Werner – nebst dem Papierkram – mitgenommen. Letztlich kommt ein Verstorbener für doch viel Geld unter die Erde.
Der Tag ist jetzt vorbei, unsere Kräfte auch. Tränen sind vergossen, Trauer bekundet und der Tod beurkundet. Uns bleibt nicht weiter, als morgen wieder auf zu stehen und den Tag an zu gehen.
Ob wir wollen oder nicht – wir sind erst später dran, betrauert zu werden; Für Einige zu spät, für Andere zu früh.
Mir wurde mein Bruder, mein Freund und Vertrauter genommen und Leere gegeben. Jetzt ist es an der Zeit, etwas Schlaf zu bekommen.