ein letzter Auslfug
heute kam Werner nach Hause. Ein RTW hat ihn wohl gebracht – ständig an Sauerstoff hängend, eine kleine Reise durch sonniges aber schneereiches Wertachtal.
Heute auf der Heimfahrt vom Büro hat mich meine Frau angerufen und erzählt, dass er nun wohl zuhause sei, ich meinte noch, ich schau mal ganz kurz bei ihm vorbei.
Gesagt getan, auf der Fahrt einen Stop bei Werner am Haus gemacht. Ein Auto der Sozialstation Schwabmünchen und ein Auto mit günzburger Kennzeichen standen vor dem Haus – Besuch?
Nein, ein Pfleger der Sozialstation und eine Dame für hospizielle Angelegenheiten waren zu gegen und sprachen mit Lydia. In einem sehr professionellen und beruhigendem Ton wurde ihr erklärt, was sie machen, wie sie erreichbar sind, und so weiter und so fort.
Als ich ins Zimmer trat, war gleich links Werners Krankenbett, das Rückenteil sehr steil gestellt, wie es mir sicher zu unbequem wäre. Die anderen Drei standen geradeaus um einen kleinen Tisch herum und sprachen – nicht leise, aber unaufdringlich über die Medikamentation, die jetzt nicht mehr auf Heilung zielt…
Ich musste Werner ansehen, aber seine Augen verrieten nichts – was für ein Schock. Werner lag, oder besser sass da, den Blick in Richtung seiner Füsse, die unter einer Decke verborgen waren und war sichtlich angestrengt. Er atmet sehr laut, wohl auch, damit er genügend Luft bekommt. Hinter dem Kopfteil seines Krankenbettes standen drei große Sauerstoff Flaschen, das Gas strömt durch ein Wassergefäss um etwas Feuchtigkeit mit zu transportieren, damit Nase, Rachen und Lunge nicht noch weiter gestresst werden. Lydia hat sich dort auch ein Nachtlager eingerichtet – sie will Werner in seinen letzten Tagen nicht alleine lassen.
Ich muss hier einmal laut sagen: Lydia ist eine so starke Person, sie steht immer noch neben Werner und mach Alles, wirklich Alles für ihn. Sie hört seine leise, kraftlose Stimme auch noch unter dem Überschall-Knall einer Staffel Kampfjets heraus. Sie organisiert und macht und tut.
Hut ab Lydia, Hut ab.
Nach dem Werner heute scheinbar sehr gestresst ist, wollte ich nicht lange bleiben, er soll zur Ruhe kommen und sich ausruhen. Ich habe mich für morgen angekündigt, dann will ich ein wenig Zeit mit ihm verbringen – und hoffe, ich steh das durch.
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